Natalie Neumaier

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Ausgangspunkt der Zeichnungen aus der Serie „Codex Zürn“ ist die Lektüre des Werkes der Künstlerin und Schriftstellerin Unica Zürn, insbesondere ihrer Anagrammgedichte sowie Nancy Speros „Codex Artaud“. Wiederholung und Verschiebung, Verwandte des Anagramms, finden sich auch in der Struktur der Zeichnungen wieder. Gezeichnete Dinge und Körperteile, die zwischen Ding, Buchstabe, Körper und Ornament wechseln, fungieren darin wie Wörter in einem Gedicht. Sie wiederholen, widersprechen sich und treten in eine Beziehung miteinander.

„Zeichnen ist lesen. Zeichnen ist anverwandeln. Zeichnen ist anagrammatisch.
Zeichnen als Lesen bedeutet zusammenstellen, suchen, verbinden, sowohl im Prozess des Notierens und Sammelns als auch in der Herstellung der Zeichnungen. In den Zeichenserien geht es dabei nicht nur um eine einzelne Zeichnung, sondern um die Beziehung zwischen den Zeichnungen. Ineinander gelesen werden dabei Text und Bild, Zeichnung und Schrift. Eine Konstellation.
Zeichnen als Anverwandeln bezeichnet die Zuwendung zum Werk und Denken anderer Autor*innen und Künstler*innen, die Anstoß gibt das eigene Tun und Denken zu verwandeln. Zeichnen als Möglichkeit anders zu werden.
Zeichnen ist anagrammatisch meint insbesondre in der aktuellen Serie Codex Zürn das immer wieder zerlegen, anders zusammensetzen und wiederholen der Formen ähnlich der Buchstaben im Anagramm. In diesen Sprüngen und Verrückungen wechseln und verwandeln sich Körperteil, Maschine, Gerät, Ornament, Wort-Ding und Zeichen. Sie beginnen anders zu sprechen. Leseesel, Zungenmaschine, die vielgesichtige Vulva.“ Natalie Neumair

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The starting point for the drawings in the ‘Codex Zürn’ series is a reading of the work of the artist and writer Unica Zürn, in particular her anagram poems, as well as Nancy Spero’s ‘Codex Artaud’. Repetition and displacement, concepts closely related to the anagram, are also reflected in the structure of the drawings. Drawn objects and body parts, which shift between object, letter, body and ornament, function within them like words in a poem. They repeat, contradict one another and enter into a relationship with one another.

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