Mann beißt Hund

Works

About

Leo Mayr
Mann beißt Hund: Lindwürmer im Zeitalter des Anthropozäns

Plus: Gunter Damisch

Eröffnung: Freitag, 25. September 2026 – 19 Uhr
Leo Mayr und Maria Damisch sind anwesend.

Der Lindwurm als Allegorie auf die unzähmbare, bedrohliche Natur ist schon lange nicht mehr der Bösewicht. Die Helden von damals sind die Schurken der heutigen Zeit geworden. „Wie sich die Georges, Siegfrieds und Tristans munter durch die Kunstgeschichte schlachten, so sind es heute alte, weiße, kahle und in manchen Fällen orange Männer, die ihr Unwesen treiben. Dabei sind die Großen genauso interessant wie die kleinen Fische.“

Ausgehend von der Klagenfurter Lindwurmsage schickt uns Leo Mayr mit scharfsinnigem Humor auf eine Spurensuche nach patriarchal-anthropozänen Machtdemonstrationen und ihren popkulturellen Ausformungen im Spätkapitalismus. Doch wer hat hier die Keule in der Hand? Die überspitzte Erzählung von Gut und Böse – Mensch versus Natur – stellt althergebrachtes Heldendenken auf den Kopf und macht uns anhand von Walküren der Gegenwart und anderen „Humans of Late Capitalism“ mit der Kraft der Pluralität vertraut. Wie in einem grotesken Themenpark führt uns die Ausstellung vorbei an Klimaaktivismus und politischem Protest. Der Lindwurm wird zum Maskottchen des Widerstandes, während die alten Helden als Schwächlinge der Gegenwart bloßgestellt werden.

Leo Mayr (*1990, Linz) lebt in Wien. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er Meisterkurse bei Gunter Damisch, Veronika Dirnhofer, Christian Schwarzwald und Julian Göthe besuchte und sowohl in künstlerischer Pädagogik als auch in Bildhauerei abschloss. Auslandsstipendien führten Ihn nach Prag und Berlin und seine zahlreichen Ausstellungen und Projekte tragen die lustigsten Titel. Akribisch formt Mayr gesellschaftliche Eindrücke mit Ton, seinem bevorzugten Material. Wir begegnen Vertrautem, erkennen Gesellschaftliches und nicht zuletzt entdecken wir uns selbst.

+

Im Plus zeigt die GALERIE3 Klagenfurt Werke von Gunter Damisch († 2016). Vielfach ausgezeichnet, prägte Damisch fast 20 Jahre lang die nachfolgende künstlerische Generation als Leiter der Grafikklasse an der Akademie der Bildenden Künste, Wien – so auch als Professor von Leo Mayr. Mayr zählt zum letzten Jahrgang, der bei ihm studiert hat. Kaum erkennbar, gibt es doch einen zentralen Einfluss auf die Kunst von Leo Mayr, denn zu malen begonnen hat er erst, nachdem ihm nach Damischs Tod Farben aus seinem Atelier überlassen wurden. Für Mayr selbst liegt eine Verbindung zwischen den beiden womöglich in einer ähnlichen Gesellschaftsbetrachtung; im ähnlichen Blick auf den Menschen, auf die Natur und auf ein Miteinander.

Mehr dazu hier.

26. September – 14. November 2026

News

Publications

Enquiry