Die großformatigen Kohlebilder, Zeichnungen und Malereien von Juewen Zhang sind geprägt von einer besonderen Form naturalistischer Präzision. Durch die intensive Beobachtung der ihn umgebenden Welt und ihrer Bilder schafft Zhang in seinen Arbeiten eine Tiefe, die nicht nur die Wirklichkeit abbildet, sondern auch stets das Material und den Arbeitsprozess in seiner ganzen Tiefe offenlegt.
Die Scheitel-Serie
Einen zentralen Werkkomplex bilden Zhangs Scheitelbilder. Diese Arbeiten stellen keine klassischen Porträts dar, und doch vermitteln sie eine große Nähe zur dargestellten Person. Der Scheitel, meist als unscheinbares Detail wahrgenommen, wird bei Zhang zur Hauptsache: Er füllt das gesamte Blatt in extremer Nahsicht und wird durch unzählige feine Linien zum Leben erweckt. Juewen Zhang arbeitet vom Positiven ins Negative, indem er zuerst große Papierbögen mit Kohle grundiert und dann Haar für Haar mit spitzem Stift ausradiert. Die feinen Ziselierungen des Scheitelansatzes geben sich als augenfälliges Detail und bedeutsames Fragment einer konkreten Person zu erkennen. Die meisten Arbeiten verweisen auf die porträtierte Person, in dem der Künstler ihre Vornamen als Titel wählt. Der künstlerische Prozess folgt dem Prinzip des Durcharbeitens und der Wiederholung, denn jede Strähne und abertausende Haare werden einzeln gezeichnet – bis sie sich zu intensiven und lebendig erscheinenden Darstellungen verdichten.